DILL-POST berichtet vom Cortision-Fall

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Der Fall der Aßlarer Akupunktur-Ärztin, die Patienten heimlich Cortison gespritzt haben soll, beschäftigt seit Monaten die Medien. Die DILL-POST berichtete mehrfach darüber – zuletzt am 14.02.17.

Die Zeitung berichtet von 30 Anzeigen im Cortison-Fall. Zitat:

Mehrere Patienten, die bei der Aßlarer Akupunktur-Ärztin in Behandlung waren, werden von der Wettenberger Rechtsanwältin Anita Faßbender vertreten. Auch sie kritisiert die Staatsanwaltschaft, spricht von bislang „dürftigen Ermittlungsergebnissen“ und sagt: „Da müsste mehr passieren.“ Ihre Kritik im Einzelnen:

  • Erst einen Monat nach einem Durchsuchungsbeschluss sei die Aßlarer Praxis durchsucht und Patientenakten beschlagnahmt worden. „Das hat viel zu lange gedauert. Es kommt darauf an, dass schnell gearbeitet wird, sonst sind die Beweise weg“, sagt Faßbender.
  • Es seien auch nur Akten von Patienten beschlagnahmt worden, die Anzeige erstattet hatten. So lasse sich das ganze Ausmaß des Cortison-Einsatzes nicht ermitteln.
  • Üblicherweise würden sonst von Staatsanwaltschaften relativ schnell Sachverständigen-Gutachten in Auftrag gegeben. Hier nicht – obwohl es klären könne, wie die bei Akupunktur-Patienten in Urin- und Haarproben festgestellten Cortison-Konzentrationen zustande kommen; dass sie laut Faßbender nicht durch Salben oder Tinkturen, sondern nur durch Spritzen möglich sind.
  • Es habe einen anonymen Hinweis auf „seltsame Abläufe“ zwischen der Arztpraxis und der Apotheke im selben Haus gegeben, hierbei sei auch das Cortison Triamcinolon genannt worden. Laut Anwältin ist dazu noch nichts unternommen worden, keine Befragung der Apothekerin.
  • Der frühere Anwalt der Ärztin hatte einen jährlichen Verbrauch von 3400 Ampullen Cortison in der Praxis eingeräumt. Faßbender: „Diese Menge steht im Raum, aber es ist nicht ermittelt worden, wie die Ärztin daran kam, wo die Menge herkam.“
  • Eine Kollegin der Ärztin sowie Mitarbeiterinnen in der Praxis seien bis heute noch nicht als Zeugen gehört worden.

Weitere Artikel zu dem Fall:

DILL-POST vom 26.11.16
„Ärztin unter Verdacht“