Im Kreißsaal »totgespritzt«

Richter spricht Arzt der fahrlässigen Tötung schuldig – 15000 Euro Geldstrafe

Artikel vom 03.07.13 aus der Wet­ter­auer Zeitung

Recht­san­wältin Faßben­der ver­trat die Neben­kläger.

Bad Nauheim/Friedberg (lk). »Ein Men­schen­leben wird geschaf­fen, ein anderes geht. Aber das war nicht Schick­sal, son­dern der Angeklagte hat ein­fach ein Medika­ment ver­wech­selt«, sagte Staat­san­walt Hauburg­er am Dien­stag in seinem Plä­doy­er am Fried­berg­er Amts­gericht. Er zeigte sich, wie auch Richter Dr. Markus Bange, davon überzeugt, dass der angeklagte Anäs­the­sist im August 2008 den Tod ein­er Pati­entin verur­sacht hat. Die schwan­gere Münzen­berg­erin war zur Ent­bindung ins Bad Nauheimer Hochwald­kranken­haus gekom­men. Der Arzt wollte ihr ein schmerzstil­len­des Mit­tel spritzen, ver­tauschte jedoch die Ampullen des Anäs­thetikums und verabre­ichte eine weit höhere Dosis als gewollt. Herz und Kreis­lauf der Frau brachen zusam­men, sie starb im Kreißsaal. Bange sprach den Mann, der inzwis­chen nicht mehr in Bad Nauheim arbeit­et, der fahrläs­si­gen Tötung schuldig. Er muss eine Geld­strafe von 15000 Euro zahlen.